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«UNTER EIS» von Falk Richter


“Festgefroren unter Eis

Schnee

Kalt

Kalt kalt kalt Eis Eis Eis

Alles liegt unter Eis, nichts bewegt sich, alles steht still Kälteschock Kaltgefroren Tiefgefroren Tiefkühlkost kalt kalt alles liegt unter Eis

begraben, begraben unter Eis, tiefe Eisdecke, tiefe, tiefe Eisdecke

kalt Kälte dunkel lautes krachendes Eis

brich ein brich endlich ein!“



Der Mensch unter Eis beschreibt einen oder jeden Menschen in einer Gesellschaft. Es beschreibt einen Zustand der Ohnmacht und Hilflosigkeit in einer Welt in der alles «eingefroren» scheint und still steht. Und doch ist Eis nur ein Aggregatzustand des Wassers was als solches leben und Lebendigkeit repräsentiert. Das Eis ist ein gewaltsames Hindernis im Versuch es zu brechen. Ist es aber notwendig es brechen zu wollen? Oder genügt die blosse Veränderung des Aggregatzustandes?


In Falk Richters Stück treffen vier Figuren zusammen. Paul Niemand ein Unternehmensberater, Karl Sonnenschein und Aurelius Glasenapp ebenfalls Berater (jüngeren Jahrgangs) und ein Kind. Unsere Inszenierung macht aus vier einen - in Paul Niemand vereinen sich alle Figuren. Wir sehen in Ihm  das Kind - die Vergangenheit mit seinen Kindheitserinnerungen und die Dämonen der Gegenwart und Zukunft die ihm immer wieder  Minderwertigkeitsgefühle einimpfen er sei nicht mehr genügend für das System.  Und auch die zwei anderen Berater die nur unmenschliche und mechanische Worte wie ein Mantra von sich geben sind ein Teil von Paul Niemand. Paul Niemand ist Niemand, er steht da für Niemanden und für Jeden. Keine individualisierte Figur. Nur ein Synonym für jeden Menschen dem vorgegeben wird er hätte eine Wahl sich dem System zu fügen oder nicht. Paul Niemand ist ein Symbol des verzweifelten Menschen der Menschlichkeit und Nähe sucht. Und die findet er- in seinen Gedanken. Die Freiheit der Gedanken – Das einzig freie an einem Menschen der denkt er könne dem System entfliehen. Das System soll hier auch nur ein Synonym  für jedes System sein. Die Textfassung beschreibt die harte und kalte Businesswelt, jedoch ist das System in jedem Bereich des Lebens und jeder Branche vorhanden. Sind Gedanken tatsächlich frei? Oder sagt uns das Kind in seinem einzigen Monolog in dem es Aktienbegriffe wie ein Liedchen aufspricht, etwas anderes? Ein Kind hilflos, ungeformt und unwissend wird vor die Wahl gestellt. Oder verliert jeder Mensch die Wahl bereits mit der Geburt ins System und für das System? Apokalyptische Bilder einer riesigen Maschinerie in dem das Individuum keine Rolle mehr spielt, scheinen unsere Wirklichkeit zu werden. Und doch sucht Paul Niemand kleine Momente des persönlichen Egoismus; zeigt schon fast narzisstische Züge am Flughafen wo das Flugzeug auf Niemand warten muss. Nur auf Paul Niemand. Was für ein erfüllender Moment des ICHS. Ein fast schreiender Moment- Ich bin hier!!!!! Es gibt mich!!!! Ich bin Niemand.


«...- we are paging passenger Paul Niemand


am Flughafen gehe ich immer als Letzter ans Gate, ich mag diesen Moment, wenn alle auf mich warten müssen, ich genieße diesen Moment, wenn über alle Lautsprecher mein Name erklingt


PAUL NIEMAND

PAUL NIEMAND


«und neben mir diese Männer, die langsam nervös werden, weil sie zu spät kommen werden...»


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«Unter Eis» von Falk Richter


20 Uhr im Rosengarten Reservoir


Donnerstag         09. März 2017

Freitag               10. März 2017

Samstag             11. März 2017


Anmeldung: mail@michelehirsig.com


Eintritt: Kollekte