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DIE KREUTZERSONATE


Premiere 3. Februar 2015

Theater Keller62, Zürich


Ein musik-theatralischer Abend frei nach der Novelle von Tolstoi mit der Musik von Beethoven


An einem Abend im Frühling reist ein einsamer Passagier mit dem Nachtzug von Moskau nach Paris und offenbart seinem Gegenüber seine intimsten Gedanken über die Liebe und die Ehe. Während der Zug quer durch Europa rattert, enthüllt sich auf engstem Raum inmitten des Zigarettenqualms die Geschichte unseres Helden; wie er, getrieben durch rasende Eifersucht über die Intimität die während einer Probe von Beethovens berüchtigten «Kreuzersonate» zwischen seiner Frau und einem Geiger entflammte, zum Mörder wurde. In dieser Nacht stossen zu den Geräuschen des gellend-glühenden Stahls des Zugs die Klänge der Violine. Beethovens Musik verfolgt ihn, lässt ihn nicht mehr los, spukt um ihn herum. Er erträgt sie nicht! Will sie nicht hören! Aber wohin er auch geht, – sie folgt ihm.























Posdnyschew:

René Grünenfelder


Klavier:

Yulia Miloslavskaya

Geige: ArataYumi


Regie & Stückfassung: Sarah Bellin

Bühnenbild & Projektion: 

Michèle Hirsig, Martin Fröhlich


Deutsch: Anja Habermehl, Jochen Hofer

Video: Calike

Technik: Marius Vontobel

Grafik: Laurent Rueff


Produktion: Michèle Hirsig


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SPUCKE IM GESICHT


Alles hat zwei Seiten. Die meisten Leute, denen man begegnet, sind Fremde. Und einige dieser Begegnungen bringen Rätsel mit sich, die nicht zu lösen sind: Die Beteiligten verschwinden im Strom des Alltags, ohne sich Rechenschaft über Motive, Absichten und Irrtümer abzulegen. Es bleibt den Beteiligten überlassen, aus den losen Enden der unabgeschlossenen Geschichten neue Muster zu knüpfen. Das Leben eines Individuums ist geprägt durch unzählige Ereignisse, Umwelt-Einflüsse, Emotionen, Beziehungen und Gedanken. Diese zu analysieren und festzuhalten, und dadurch eine herausgepickte Tat rational zu erklären ist unmöglich. Dieses Projekt wird ein persönliches Erlebnis analysieren, verzerren, parodieren, auseinandernehmen und wieder zusammensetzen.


Entwicklungsphase



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DIE GLASMENAGERIE


Ist das, was ich sehe, denke und fühle die Wirklichkeit – respektive die Wahrheit? «Das Stück ist ein Spiel der Erinnerungen und daher unrealistisch. Die Erinnerung nimmt sich eine Menge poetischer Freiheiten. Da die Erinnerung ihren Hauptwohnsitz im Herzen hat, lässt sie je nach dem emotionalen Wert der Dinge, die sie streift, manche Details aus oder übertreibt sie.» Tennessee Williams. Was ist Realität? Und was unsere subjektive Interpretation? Wo liegt die Grenze zwischen Einbildung und Wahrheit? Und woraus besteht eine «subjektive Welt» einer Figur? Ist es überhaupt möglich die Wahrheit/Fakten zu erzählen? Und wie beeinflussen die einzelnen subjektiven Wahrnehmungen das Zusammenleben der Charakteren? Wird die gesellschaftliche Wirklichkeit von den Individuen durch ihre subjektive Wahrnehmung konstruiert, und kann sie somit gar nicht objektiv, also unabhängig von der Subjektivität existieren? Mit diesem Projekt möchte wir den Fokus des Publikums auf das Stattfindende auf der Bühne aufbrechen um den verschiedenen Sichtweisem der Figuren mehr Platz zu bieten. Das Innenleben der einzelnen Figuren soll auf der Bühne offengelegt werden. Wir wollen verschiedene Realitäten nebeneinander erzeugen, die das Innenleben der Figuren in ihrer Eigenheit präsentieren und die verschiedenen Wirklichkeiten aufeinandertreffen lassen. Dadurch, dass ich so die involvierten Weltansichten in Relation setzen kann, erhoffe ich mir, die Perspektiven und Beziehungen der Akteure besser ergründen und zeigen zu können.


Entwicklungsphase



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MRS. & MR. PURLIMUNTER


Mrs. and Mr. Purlimunter’s Advent Calendar is an interactive, multimedia Advent Calendar for children between the ages of 5-12. For today’s generation, new media has become an indispensable part of daily life. The use of Internet, social media, and smart phones has transformed the way young people function, communicate and learn. This new developmental process has many advantages: instant access to knowledge, sharing of ideas, as well as connecting with communities throughout the world has given young people the chance to discover, learn and grow at a more rapid pace. This new technology, however, does not come without potential risks. Over-use of computer games and Internet can lead to addiction as well as isolation from real world interactions. These affected youths retreat to darkened rooms, refuse communal meals and surf during family time and vacation rather than participating in activities with friends and relatives. With ADVENT CALENDER we hope to create a synergy between traditional and new media which inspires/motivates its participants to experience an interactive exchange between the digital world and reality.  Through the use of an engaging storyline, which guides the user through the entire platform, the participant is encouraged not only to access and enjoy the digital information provided, but to also go out and experience real-life happenings and events related to digital world experiences. These digital interactions and real events are planned in such a way that it engages the user in a cyclic relationship between digital and traditional media. Live events experienced in the real world will stimulate participants to return into the digital arena and further the journey until the next real-world component arises.


Entwicklungsphase








Eine Produktion vom KOLLEKTIV-20-14

PREMIERE 26. November 2015


Vijayan, in Sri Lanka aufgewachsen, Journalist und Menschenrechtsaktivist, wurde 2007 zwecks Tötung vom Regime entführt, konnte aber durch einen Zufall entfliehen. Er ist nun Flüchtling (also politischer Flüchtling, nicht wirtschaftlicher o. ä.) und Theatermacher im Schweizer Exil. Hier trifft er auf René, einen im Triemli geborenen, jedoch quasi zu 70% in der Ostschweiz aufgewachsenen, gelernten Grafiker und Schauspieler, der trotz allem die RS machte. Krieg kennt er bloss als ein Begriff zwischen richtig und falsch, der als Nach-Bild in den Nachrichten zu ihm gelangt. Das Gefühl der Sicherheit ist bei ihm mit der Ohnmacht des Zu- oder Wegschauens verbunden und die euphemistische Neutralität mit Verantwortung oder wahlweise Zynismus.


Vijayan und René treffen aufeinander, versuchen die Stille zu hören, Sinnbilder zu sehen, erzählen sich Geschichten und harsche Realitäten, was zugleich auch als deren poetische Zähmung wirkt.


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Mit: René Grünenfelder &

Pakkiyanathan Vijayashanthan


Regie & Konzept: Michèle Hirsig

Dramaturgie: Tanuja Thurairajah


Installation & Szenografie:

Martin Fröhlich & Michèle Hirsig


Produktion: KOLLEKTIV-20-14 

Produktionsleitung: Michèle Hirsig

«LOKALBERICHT» von Hermann Burger


Theaterstück nach dem gleichnamigen Roman von Hermann Burger

Regie Robert Hunger-Bühler

Bühne Sarah Bellin

KOLLEKTIV-20-14 in Koproduktion mit dem Theater Tuchlaube Aarau


„Er schreibt. Unsere Stadt ist klein genug, dass man um dieses Geheimnis ein flüsterndes Geschrei macht. Wissen Sie schon, dass er im Geheimen schreibt, dass er eine Schublade voll Erzählungen hat? Wie von einer Sucht wird gesprochen, von einem Rauschgift, das der Betreffende wagt, zu sich zu nehmen. Vom Augenblick an, da das Gerücht besteht, er schreibe, gehört er zu einer Kaste, zu einer mutigen Gruppe, die sich auf einen Holzboden wagt, der alle übrigen Holzböden, die der Kunst jemals untergeschoben wurden, bei weitem übertrifft. Der Holzboden ist bei uns aus splintenreichen Gerüstbrettern roh gezimmert. In diesen Brettern krümmen sich rostige Nägel vor Lachen.“ Hermann Burger, Lokalbericht


Zwischen 1970 und 1972 hat der Schweizer Schriftsteller Hermann Burger seinen ersten Roman geschrieben, der zu Lebzeiten jedoch unveröffentlicht geblieben ist. Der maschinengeschriebene Text trägt den Titel «Lokalbericht» und befindet sich heute – ebenso wie dessen zahlreiche Vorstufen – in Burgers Nachlass. Nun bereitet die Schweizerische Nationalbibliothek eine Veröffentlichung des Romans vor, der die Entstehung des Textes und die Bezüge zu realen Ereignissen und Personen aufarbeitet. Mit Blick auf die schriftstellerische Entwicklung Burgers wiederum erweist sich das Typoskript des «Lokalberichts» als eine Art ‹missing link› zwischen der weitgehend traditionellen Poetik seiner frühen Prosastücke «Bork» (1970) und der Artistik des Romans «Schilten» (1976). Die geplante Edition schliesst demnach eine Lücke im Gesamtwerk des Aargauers und zeigt zugleich auf, dass der Wechsel zu seinem charakteristischen Stil keineswegs sprungartig erfolgte. Bereits in seinem ersten Roman nämlich übt sich Burger in sein autoreflexives Schreibverfahren ein, wird doch im Text ständig auch dessen Entstehungsprozess thematisiert.


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«UNTER EIS» von Falk Richter


“Festgefroren unter Eis

Schnee

Kalt

Kalt kalt kalt Eis Eis Eis

Alles liegt unter Eis, nichts bewegt sich, alles steht still Kälteschock Kaltgefroren Tiefgefroren Tiefkühlkost kalt kalt alles liegt unter Eis

begraben, begraben unter Eis, tiefe Eisdecke, tiefe, tiefe Eisdecke

kalt Kälte dunkel lautes krachendes Eis

brich ein brich endlich ein!“


Der Mensch unter Eis beschreibt einen oder jeden Menschen in einer Gesellschaft. Es beschreibt einen Zustand der Ohnmacht und Hilflosigkeit in einer Welt in der alles „eingefroren“ scheint und still steht. Und doch ist Eis nur ein Aggregatzustand des Wassers was als solches leben und Lebendigkeit repräsentiert. Das Eis ist ein gewaltsames Hindernis im Versuch es zu brechen. Ist es aber notwendig es brechen zu wollen? Oder genügt die blosse Veränderung des Aggregatzustandes?


In einer Rauminstallation soll eine Performance anhand des Stückes «Unter Eis» von Falk Richter entstehen. Apokalyptische Bilder einer riesigen Maschinerie in dem das Individuum keine Rolle mehr spielt, scheinen unsere Wirklichkeit zu werden. Die Installation bekommt in der  Performance eine Rolle des Unterstreichens, des Hervorhebens prägender Momente und Gedanken des alleingelassenen Darstellers.

Paul Niemand arbeitet mit diesem Bauwerk und es arbeitet für ihn, es findet eine Verschmelzung statt. Der Darsteller ist Teil der Installation, er baut sie auf oder zerstört sie.




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