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«LOKALBERICHT» von Hermann Burger



Theaterstück nach dem gleichnamigen Roman von Hermann Burger

Regie: Robert Hunger-Bühler


Mit:    Walter Küng, Marin Blülle

          Paulina Quintero,

          Noëmie Fiala


Und der Band „The Fools Truth“

Mit: Joël Bollier, Danilo Mancuso, Siro Mancuso


Bühne und Video: Sarah Volage Bellin

Regieassistenz: Petra Njezic

Produktionsleitung: Michèle Hirsig

Kostüm: Susanne Boner

Bühnenbau: Pesche Panero & Moritz Praxmarer

Lichtdesign: Karl Egli

Dramaturgische Mitarbeit: Peter-Jakob Kelting


KOLLEKTIV-20-14 in Koproduktion mit dem Theater Tuchlaube Aarau

PREMIERE 22. Oktober Theater Tuchlaube Aarau


«Lebenskunst wäre die Fähigkeit, in keinem Moment sein Beobachter zu sein.»

(Hermann Burger)


Hermann Burger erfindet schreibend seinen Helden Günter Frischknecht, und lässt ihn nach einer unbändigen Odyssee durch Aarau, seiner „Weltstadt, mondialer als Paris, London und Rom“,  am Fest der Feste, dem Aarauer Maienzug und just an seinem achtzehnten Geburtstag  der ersten Liebe begegnen...


Paulina Steiner, Marin Blülle, Noémie Fiala und Walter Küng spielen sich durch das Burgersche „Stellwerk der dichterischen Imagination, in der mit nachtwandlerischen Sicherheit geschaltet und gewaltet wird.“ Frisiert werden sie von der Band „The Fools Truth“ (Robert Hunger-Bühler)



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Ein heisser Tag Anfang Juli. Während die Stadt sich für das Fest der Feste, den Maienzug, rüstet, hofft der Maturand Georg Frischknecht, das Mädchen seiner Träume bezirzen zu können. In seinem bisher unveröffentlichten Roman „Lokalbericht“ verwebt Hermann Burger eine schrille Gesellschaftssatire mit einer berührenden Coming-of-Age-Geschichte. Der Schauspieler und Regisseur Robert Hunger-Bühler, 2015 mit dem Schweizer Theaterpreis ausgezeichnet, inszeniert den Text als Vier-Personen-Stück.


Die Theaterfassung des Romans entwirft ein wortmächtiges und ironisch abgefedertes Panorama einer mittelländischen Kleinstadt als eine Art modernes Seldwyla in der Mitte des letzten Jahrhunderts. Hauptfigur des Textes ist Burgers Alter Ego, der Maturand Günter Frischknecht, über den das sich wie ein Lauffeuer verbreitende Gerücht kursiert, er schreibe, und zwar Literatur. Unglücklich verliebt stellt er der Kleinstadtschönheit Isabelle von Arx nach und erlebt am traditionellen Maienzug, der auf einer zweiten Ebene in den Mittelpunkt der Handlung rückt, sein amouröses Waterloo. 

In der Beschreibung des Festes von der „Wetterkonferenz“ auf der Zinne bei der Stadtkirche dem Turm der Stadtkirche, der Vorbereitungen in den Küchen und Wohnstuben Aarauer Familien, der Besammlung zum Festumzug und bis hin zum Bankett der Honoratioren und des paramilitärischen Nachspielens einer historischen Schlacht durch die pubertierenden Schülerkadetten lässt Burger mit spitzer Feder und einer gehörigen Portion Humor ein beinahe Breughel’sches Panorama der Spiessbürgerlichkeit lebendig werden.

Günter Frischknecht wiederum stürzt sich voll bitterer Melancholie in den Festtrubel. Auf der Maienzug-Chilbi schliesslich erlebt er im Zelt des Magiers Pelligrini eine rauschhafte Apotheose der Selbstauflösung.


Robert Hunger-Bühler, selbst in Aarau aufgewachsen, wird die Produktion als Regisseur zusammen mit einem Ensemble realisieren, in dem sich Schauspieler unterschiedlicher Generationen gegenüberstehen. Parallel zu den Aufführungen im Theater Tuchlaube Aarau widmen das Forum Schlossplatz und das Stadtmuseum Aarau dem „Lokalbericht“ eine Doppel-Ausstellung. Während das Forum Burgers literarisches Handwerk ins Zentrum stellt, führt der Ausstellungsteil im Stadtmuseum in den historischen Schauplatz des Romans zurück: ins Aarau der späten 1960-er und frühen 1970-er Jahren  (www.forumsschlossplatz.ch  und www.stadtmuseum.ch).


Hermann Burger (1942–1989) zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts. „Lokalbericht“, 1970 geschrieben und im Nachlass Burgers aufgefunden, erscheint im Herbst 2016 in einer kritischen Edition, herausgegeben vom Schweizerischen Literaturarchiv.  In „Lokalbericht“ sind zentrale Motive des literarischen Schaffens von Hermann Burger, das sich mit „Schilten“ (1976) erstmals in aller Brillanz entfaltete, bereits angelegt. Inhaltlich, aber auch formal nimmt der Roman die späteren Hauptwerke voraus. Die selbstreflexive Thematisierung des Schreibens, das ironisch gebrochene Spiel mit den Realitätsebenen, die vielgestaltige Camouflage von leitmotivischen Themen und das Spiel mit dem literarischen Zitat sind in seinem unveröffentlichten Text bereits enthalten. Auch das Verhältnis zu seinen Figuren verweist auf das spätere Werk. Gleichzeitig ist „Lokalbericht“ aber noch nicht der in sich geschlossene Text wie etwa „Schilten“. Die Multipolarität der Erzählerperspektive und eine mutwillig scheinende Überschreitung von Formprinzipien, die der Gattung eigen sind, sowie das Collage- und Montageprinzip, das Burger hier anwendet, lassen den Text brüchig erscheinen – und damit prädestiniert für eine szenische Übersetzung.


Robert Hunger-Bühler wurde 1953 in Sommeri-Hefenhofen im Thurgau geboren und wuchs in Aarau auf. Nach dem Besuch der Schauspielakademie in Zürich und dem Studium der Theaterwissenschaften und Philosophie in Wien war er als Schauspieler und Regisseur in Wien, Bonn, Düsseldorf und Freiburg tätig. Weitere Stationen waren die Freie Volksbühne Berlin, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, die Schaubühne am Lehniner Platz, das Berliner Ensemble und das Burgtheater Wien. Er arbeitete u.a. mit den Regisseuren Jossi Wieler, Frank Castorf, Andrea Breth, Claus Peymann, Luc Bondy, Stefan Pucher, Johan Simons, Klaus Michael Grüber und Christoph Marthaler. In Peter Steins legendärer „Faust"-Inszenierung spielte er den Mephisto. Seit der Spielzeit 2002/03 ist Hunger-Bühler festes Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich. Zuletzt spielte er am Schauspielhaus Zürich die Titelrolle in Lessings „Nathan der Weise“. Er wirkte zudem in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit. Als „herausragender Schauspieler“ wurde Robert Hunger-Bühler 2015 der Schweizer Theaterpreis verliehen.

Als Regisseur  inszenierte er u.a. „Alles ist zu ertragen, nur nicht Überglücklichkeit“ (Robert Walser) und am Schauspielhaus Zürich „Oblomov“.


Sarah Bellin wurde 1985 in New York geboren und erhielt eine Ausbildung als Geigerin. Sie absolvierte ein Masterstudium für Theaterregie an der New School University (NYC) und ein Masterstudium Filmregie an der Zürcher Hochschule der Künste. Neben zahlreichen Assistenzen bei renommierten Regisseuren wie Frank Castorf und Stefan Pucher realisierte sie eigene Theaterprojekte in New York, Zürich und Langnau. Zuletzt inszenierte sie 2015 „Die Kreutzersonate“ nach Lew Tolstoi und 2016 „DADA kam vor Voltaire“.



Mit Marin Blülle, Noëmie Fiala, Walter Küng und Paulina Quintero.

Regie: Robert Hunger-Bühler

Bühne und Video: Sarah Volage Bellin

Regieassistenz: Petra Njezic

Kostüme: Susanne Boner

Musik: The Fools Truth (Joël Bollier, Danilo Mancuso und Siro Mancuso)

Dramaturgische Mitarbeit: Peter-Jakob Kelting

Bühnenbau: Pesche Panero

Lichtdesign: Karl Egli

Produktionsleitung: Michèle Hirsig/Kollektiv -20-14

Eine Koproduktion mit dem Theater Tuchlaube Aarau.

Mit freundlicher Unterstützung des Swisslosfonds Aargau, der Stanley Thomas Johnson Stiftung, der Ernst Göhner Stiftung, Migros Kulturprozent, der Hans Imholz Stiftung, der Hans und Lina Blattner Stiftung der NAB Kulturstiftung, Pro Argovia und der Ortsbürgergemeinde Aarau.




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